T-Wurf – Geburt

Am Morgen  9. Jänners hatte Mira es sich in ihrer Grube, die sie unter den Rhododendren im Garten gegraben  hatte, gemütlich gemacht und wollte gar nicht mehr ins Haus kommen.  Aber bei einer Temperatur von  – 8° war das keine gute Idee, auch sich im Grünen zu verstecken konnten  wir nicht erlauben und holten sie mit vielen Tricks wieder ins Haus zurück.
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Als sie um 16 Uhr Fruchtwasser  verlor wussten wir: jetzt wird es ernst  (wie ernst, konnten wir nicht ahnen!). Mira begann zwar in Abständen zu hecheln,  als aber nach 2 Stunden immer noch keine Wehen erkennbar waren, entschloss ich mich an der  Vet. Med.   nachzufragen, und Frau Dr. Palm riet uns sofort zu kommen. Um 18 Uhr trafen wir in der Klinik ein, da wir zum Glück in der Nähe wohnen. Die Untersuchung zeigte, dass der erste Welpe noch weit oben im Geburtskanal steckt . Wir sollten uns schon auf eine lange Nacht vorbereiten: es sollten 16 Stunden werden!
Mira bekommt Wehenmittel mit Glukose und Calcium.
Endlich um 19.30 wird mittels ärztlicher manueller Hilfe der erst Welpe geboren, ein blonder Rüde. Er schreit und singt laut und ausdauernd. Er wiegt 465g und bekommt ein grünes Bändchen,  da durch das leicht verfärbte Fruchtwasser sein blondes Fell einen grünlichen Schimmer angenommen hatte.
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Um 20.40 kommt ein sm Rüde, 650g, rotes Bändchen
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Um 21.50 noch ein sm Rüde, 590g, gelbes Bändchen. Um 22.00 wieder ein blonder Rüde, 510g, oranges Bändchen.Und gleich darauf um 22.25 endlich eine Hündin: sm, 645g, natürlich bekommt sie ein rosa Bändchen. Eine Stunde später um 23.25 kommt wieder ein blonder Rüde. Er ist etwas dunkler als die anderen, wiegt 605g und bekommt ein violettes Bändchen. Genau um Mitternacht kommt ein weiterer dunkelblonder Rüde, 615g, blaues Bändchen.

Der Ultraschall zeigt noch mindestens einen Welpen (eher mehrere), der sich allerdings noch sehr weit oben im Becken  befindet. Und wirklich dauert es noch 3½ Stunden voller Hoffen und Bangen, weil auch bei ihm schon die Fruchtblase geplatzt war, und man nur hoffen kann, dass  er noch über seine Plazenta gut versorgt wird. Um 3.35 endlich kommt eine lebhafte, gesunde blonde Hündin zur Welt, 585g.
Wir hatten gehofft, dass diese Hündin ihre nachfolgenden Geschwister ein Stück im Geburtskanal mitnehmen würde, jedoch zeigten Ultraschall und Tastbefund, dass sich noch etwas Lebendes  ganz oben im Uterushorn befindet. Und etwas würde sich noch hinter den Rippen verbergen, es könnte sich aber auch nur um die beiden fehlenden Nachgeburten handeln. Jedenfalls bliebe Mira jetzt doch ein Kaiserschnitt nicht erspart, denn trotz weiterer medikamentöser Unterstützung und entsprechendem Abwartens hat sich kein Geburtsfortschritt gezeigt. Unsere gutmütige Mira lässt alle Manipulationen geduldig über sich ergehen, ist aber jetzt schon wirklich verdrossen und auch ziemlich erschöpft. Trotzdem kümmert sie sich pflichtbewusst um ihre Kinder, und alle trinken auch brav und es geht allen gut.
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Um 6.30 kommt auch Frau Dr. Berthold. Sie kennt Mira schon lange und hat auch immer ihre Schwangerschaften begleitet. Gemeinsam besprechen wir das weiter Vorgehen: Mira soll mir Herrli noch eine Runde im Gelände laufen, dann bekommt sie noch eine kleine Glukosespritze, als Energieschub. In der Zwischenzeit wird die Operation vorbereitet, die man ja bei Wirksamkeit der Maßnahmen immer noch absagen könnte. Daraufhin bekam Mira zwar einige Wehen, aber die Geburt ging nicht voran. Der letzte Ultraschall zeigte bei dem ungeborenen Welpen keine sicheren Herztöne und man bereitete uns darauf vor, dass der Kleine kaum mehr am Leben wäre, da auch sein Fruchtwasser vor einiger Zeit ausgetreten war. Wenn sich hinter dieser Frucht eventuell noch ein weiterer Welpe befinden würde, hätte auch dieser kaum eine Überlebenschance, da in seinen geschwächten Zustand die Narkose sehr belastend sein könnte.
Wir trösteten uns damit, dass wir ja bereits 8 gesunde Welpen hatten, trotzdem waren wir sehr traurig und hatten große Sorgen um unsere Mira.
Um 8 Uhr bekam sie eine Beruhigungsspritze, dann ging´s, von Herrli begleitet, in den Operationssaal. Um 8.15 wurden 2 laut schreiende quietschlebendige Welpen  herausgebracht, trockengerieben, massiert und zu den Anderen unter die Wärmelampe in die Wurfbox gelegt. Wir konnten es gar nicht fassen: Trauer, Hoffnung, Glück in dauerndem Wechsel: was für ein Tag!
Die letzten beiden Welpen sind sm Hündinnen, 465g, bzw. 635g schwer, hellgrünes u. weißes Bändchen. Damit steht es blond zu sm 5:5, Rüden: Hündinnen 6:4. Alle wurden sofort untersucht: sie sind gesund, lebhaft und süß.
Kurz darauf wurde auch Mira zu uns gebracht. Sie befand sich bereits in der Aufwachphase und hatte alles gut überstanden. Zur Erholung kam sie noch für einige Zeit in die Sauerstoffbox, wo sie rasch zu sich kam. Um 10 Uhr packten wir die Kleinen warm in einen Karton, da der mitgebrachte Korb für so viele Riesenwelpen viel zu klein war, und fuhren endlich wieder heim. Die Großfamilie bezog das Welpenzimmer und erholte sich von den Strapazen. Das hatten auch wir nach all den Aufregungen, dem Wechselbad der Gefühle und der durchwachten Nacht wirklich nötig.

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